Kit-Guide


Dieser Kitguide ist für alle Teilnehmer an Lagern von Diusburg Civitas bindend. Das heisst die Massgaben dieses Kitguide müssen vor der ersten gemeinsamen Veranstaltung von allen erfüllt werden.
Das Darstellungziel von "Diusburg Civitas “ ist die historisch möglichst korrekte Darstellung städtischer Bürger des Jahres 1250 in Duisburg. Jede Art der Hochadelsdarstellung ist somit ausgeschlossen. Ebenso passt eine Ritterdarstellung nicht in unser Konzept. Jedes Gruppenmitglied sollte als Darstellungsziel eine idealtypische Person des städtischen Umfelds in der Mitte des 13.Jahrhunderts haben. Mögliche Beispiele wären Ministeriale, Kaufleute, Handwerker oder Knechte und deren Familien. Aber auch eine bäuerliche Darstellung ist möglich
Man bleibt eine Person des 21. Jahrhunderts, die den Besuchern etwas über vergangene Zeiten berichten kann und wird nicht Teil eines Rollenspiels. Je nach Neigung kann aber eine Rollen-Darstellung sinnvoll sein. Die Darstellung sollte nicht nur zeitliche sondern auch regionaltypische Besonderheiten beachten. Grundsätzlich gilt, dass alle Gegenstände durch Fund oder Bildquelle belegt sein müssen und in allen Produktionsmitteln dem Original weitesgehend entsprechen müssen.

Für Einsteiger gibt es in unserem Fundus einige Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände, die ausgeliehen werden können. So kann man ohne grossen Aufwand einmal ins Hobby "hineinschnuppern".


Kleidung


Die Kleidungsstücke sollen nach folgenden Richtlinien angefertigt werden:
● Alle Kleidung aus Wolle, Leinen oder Hanf; Seide nur bei Ministerialendarstellungen. Baumwolle und Kunstfasern sind grundsätzlich nicht zu verwenden, auch nicht in kleinen Anteilen.
● Alle Nähte handgenäht. Auch bei Nähten gilt: keine Baumwolle oder Kunstfasern.
● Farben pflanzengefärbt. In Ausnahmen moderne Färbemethoden. Alle Oberkleidung kann je nach Stand gefüttert werden. Dies ist bevorzugt in kontrastierenden Farben zu tun. Die folgenden Formrichtlinien können mit entsprechendem Beleg überschritten werden. Es gilt, dass alles durch Fund oder Bildquelle belegt werden muss.


Männerkleidung


● Bruche nach Thursfield- oder Purrucker-Schnitt aus Leinen.
● Unterhemd aus Leinen oder bei Ministerialendarstellung aus Seide .

● Cotte aus Wolle (kein Leinen) mit eng anliegenden Ärmeln und mehreren Geren. Knie- bis Knöchellang. Je nach Länge mit oder ohne Gehschlitz.
● Beinlinge aus Wolle. Sehr enge Passform. Möglichst mit Fußteil. Steg auch möglich.
● Surcot mit Scheinärmeln oder ohne Ärmel.
● Brettchengewebter Gürtel oder Ledergürtel. Länge je nach Stand.
● Bundhaube
● Filzhut, Mütze oder ähnliches
● alles weitere nach Fund oder Bildquelle und eigener Recherche

● Rechteck- oder Tasselmantel (je nach Darstellung) ohne Kapuze
● Cappa
● Garde-Corps
● Gugel (mit kurzem oder ohne Zipfel)


Frauenkleidung


● Unterhemd, bodenlang aus Leinen oder Seide (je nach Stand)

● bodenlanges Kleid aus Wolle mit enganliegenden Ärmeln. Sehr große Stofffülle durch
Geren. Keine Schnürung oder Abnäher.
● Surcot mit Scheinärmeln oder ohne Ärmel
● Brettchengewebter Gürtel oder Ledergürtel. Länge je nach Stand
● alles weitere nach Fund oder Bildquelle und eigener Recherche

Frauen müssen stets eine Kopfbedeckung tragen. Mögliche Formen sind
● einfaches Kopftuch
● Gebende
● Schleier
● Schapel

● Rechteck- oder Tasselmantel (je nach Darstellung) ohne Kapuze
● Cappa
● Gugel (mit kurzem oder ohne Zipfel)


Schuhe


Schuhe sind bei Frauen und Männern weitgehend gleich. Sie müssen aus Rinds- oder Ziegenleder wendegenäht sein und ohne Gummisohle gefertigt. Holzschuhe sind nicht zulässig.

Persönliche Ausrüstung


Wenn möglich sollte die regionaltypische rheinische Keramik benutzt werden. Formen sollten sich an Funden orientieren. Jeder sollte zumindest einen passenden Becher haben. Moderne glasierte Keramik ist ebenso wie Spritzguss-Keramik oder Zinn nicht zulässig. Gekocht wird im typischen Kugeltopf.

Weitere Gegenstände:
● eine geschnitzte, gedrechselte oder gebötcherte Holzschale
● ein einfacher Holzlöffel. Ausgenommen Silberlöffel für eine Ministerialendarstellung.
● ein einfaches Griffangelmesser (keine aufgenieteten Griffschalen) mit Holz-, Horn- oder Geweihgriff. Keine unbearbeiteten Geweihe oder Hörner als Griff. Kein Stahlgriff.


Verschiedenes


Verschiedene Dinge haben sich als recht praktisch auf Veranstaltungen erwiesen. Sie sind kein Muss.
● ein Strohsack, jegliche Art von Feldbett oder modernen Unterlagen (Iso-Matte o.ä.) sind als Schlafplatz nicht zulässig, wenn dieser in dem von Besuchern begehbaren Bereich liegt.
● einige Wolldecken, jegliche Art von modernen Schlafsäcken und Decken sind nicht zulässig, wenn der Schlafplatz in dem von Besuchern begehbaren Bereich liegt.
● Talglampen, einfache Laternen


Zelte


Zelte sind im allgemeinen nur ein Notbehelf, denn städtische Bürger werden vermutlich so gut wie nie in einem Zelt genächtigt haben. Verschiedene Veranstaltungsformen ohne historische Gebäude zwingen uns aber zu diesem Kompromiss, so daß wir wenigstens belegbare Zeltformen nutzen wollen. Bei Neuanschaffungen sollten möglichst Zelte aus schwerem, unimprägnierten Leinen angeschafft werden.


Militärisches


In erster Linie ist unsere Darstellung eine Zivile. Da aber die Bürger der Städte des 13. Jahrhunderts zu Wehrdiensten herangezogen wurden, kann eine einfache militärische Darstellung durchaus Bestandteil des Konzeptes werden. Die ritterliche Darstellung passt hingegen nicht ins Konzept. Als städtische Wache können folgende Waffen getragen werden:
● (Flügel-)Lanze, Speer, Spieß sind die Mindestbewaffnung, die in jedem Fall vorhanden sein muss
● frühe Falchionformen
● Einhandschwerter
● Andertalbhänder (Sattelbaumschwerter) sind als ritterliche Waffen nicht zulässig

Die einzige Rüstung die eine städtische Wache vermutlich trug war ein Gambeson. Dieser ist aus mehreren Lagen Leinen handzunähen. Er kann noch mit Wolle oder Rosshaar gestopft werden. Andere Stopfmittel sind nicht zulässig. Als Helm kommt hauptsächlich der frühe Eisenhut mit geschwungenem Übergang zwischen Kalotte und Krempe in Frage. Alles weitere nach Beleg.